Ethik

Grußwort

Grußwort von Dr. Rainer Hagencord vom  16.09.2010
Institut für theologische Zoologie Münster an die Bürgerinitiative für den Erhalt unseres Aller-Leine-Tals e.V.
Mit zunehmender Erkenntnis werden die Tiere den Menschen immer näher sein. Wenn sie dann wieder so nahe sind wie in den ältesten Mythen, wird es kaum mehr Tiere geben.
(Elias Canetti, Literaturnobelpreisträger 1981)
In der jüdisch-christlichen Überlieferung kommt dem Tier selbstverständlich eine kreatürliche Würde zu, die in eine biblische Anthropologie eingebunden ist:

Mensch und Tier sind radikal aufeinander bezogene und voneinander abhängige Geschöpfe und Partner Gottes. Dem Menschen wird kein eigener Schöpfungstag zugestanden. Er teilt ihn sich mit den Tieren des Landes, denn innerhalb des 7-Tage-Werkes werden beide am 6. Tag geschaffen. Die „Krone der Schöpfung“ ist nicht der Mensch, sondern der Sabbat.
das Tier hat seinen eigenen Ort in der Schöpfung und zudem ein Verhältnis zum Schöpfer, das das Kennzeichen der Gott-Unmittelbarkeit trägt. Es unterscheidet sich dadurch wesentlich vom Menschen; nur der Mensch wird aus dem Garten Eden vertrieben. Die Tiere nicht, ihr „Aufenthaltsort“ nach dem Sündenfall ist nicht „Jenseits“, sondern „Diesseits von Eden“.

Dem Menschen werden die Tiere an die Seite gestellt, mit der Aufgabe auf sie „Acht zu geben“. Das Wesensmerkmal der Menschen ist die Anwaltschaft für die Schöpfung und somit auch für die Tiere. Seine Sorgen um eine umfassende Gerechtigkeit muss auch das Wohl der Tiere im Blick behalten.
In der Neuzeit ist diese Wertschätzung für das Tier verloren gegangen:
Aus den beseelten Mitgeschöpfen des Menschen wurden „seelenlose Automaten“. Aus seiner natürlichen Mitwelt nur eine Ressource und aus Gott, dem „Liebhaber des Lebens“, die höchste Vernunft, die nur der Mensch und sonst kein anderes Geschöpf erreichen kann.
Eine Tierhaltung, die weder die geschöpfliche Würde des Tieres, noch seine individuellen  Bedürfnisse beachtet – die Tiere zur Masse degradiert – ist zutiefst fragwürdig.
Daher unterstütze ich die Bürgerinitiative Wietze in ihrem Engagement gegen den Geflügelschlachthof und gegen die Massentierhaltung.

Dürfen wir Tiere für unsere Zwecke nutzen?

Hilal Sezgin - Geb. 1970; Studium der Philosophie in Frankfurt am Main, danach mehrere Jahre Autorin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau; seit 2006 Freie Schriftstellerin und Journalistin; zuletzt erschienen: "Manifest der Vielen. Deutschland erfindet sich neu" (2011) und "Landleben. Von einer, die raus zog" (2011).

Dürfen wir Tiere für unsere Zwecke nutzen?

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Ausbeutung sichtbar machen

Jonathan Safran Foer im Interview

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Die EKD "Es ist genug für alle da" - Welternährung und nachhaltige Landwirtschaft

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Aussagen - Predigten - alles von der Kirche aus 2012

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